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Erice

Auf den Tip eines sizilianischen Freundes hin war ich in Erice. Einer kleinen aber wunderschönen Stadt, an einem im Nord-Westen Trapanis gelegenen Berg. Doch die Erzählung beginnt schon früher.

Gleich nach meiner Ankunft in dem bereits beschriebenen B&B machte ich mich auf den Weg, eine Möglichkeit zum Erreichen Erices zu finden. Ich fragte zuerst den Vermieter. Der war sehr hilfsbereit, hatte aber wie sich später herausstellte wenig Ahnung von dem was er da erzählte. Er hatte mich nämlich in eine Trafik geschickt, in der aber jene Fahrscheine vom AST nicht verkauft wurden. Die Trafikanten waren aber auch sehr nett und meinten ich sollte zur Autostazione gehen, was der Busbahnhof gleich neben dem Bahnhof ist.

Ich wusste zwar wo der Bahnhof ist, aber von dem Platz aus sah ich keinen einzigen Bus oder Terminal oder was auch immer. Also fragte ich beim Bahnhof, die Dame meinte vor dem Bahnhof, dort war aber nix, also fragte ich dort weiter, bis ich schließlich nachdem ich noch einmal um die Kurve gegangen war, endlich dort ankam. Von einer Biglietteria weit und breit nichts zu sehen, ging ich also wieder ans Fragen, und hatte dieses Mal gleich in der Bar Glück, wo sie nämlich diese Tickets direkt verkauften.

Ich kam dort an einen mir halblustig Scheinenden (nicht betrunken, eher Witzkisterl), der aber dann sehr hilfsbereit war. Er sagte mir der letzte Bus ginge um 17.30 hier weg und der letzte aus Erice dort um 18.45 weg und gab mir ein Hin- und Retour Ticket. Ich war früh dran (hatte noch gut 20 Minuten Zeit) und  trank noch einen Caffè. Dann setzte ich mich an eine der Wartebänke und schaute zwei Karabinieri zu, wie sie Leute aus den Autos fischten.

Um etwa halb 6 war der Bus dann doch da, und ich stellte mich zum Einsteigen an. Als ich an der Reihe war und meine Tickets zeigte, schaute mich der Fahrer etwas verwundert und damit fragend an. Was ich denn dort machen möchte… Anja, anschauen meinte ich. Er wiederum: Aber dann hast du dort nur eine viertel Stunde Zeit, denn wir fahren eine Stunde hin.

Das hatte mir der Halblustige also nicht erzählt. Ich bedankte mich beim Fahrer für die Erklärung und stieg wieder aus. Ging schnurstracks zu meinem Lieblingsbiglietterista und erzählte ihm was mir der Autista (Fahrer) gesagt hatte, und dass ich das Geld zurückhaben möchte.

Er meint, das stimme nicht, der Bus benötige nur eine halbe Stunde und der Fahrer sei immer so komisch. Ich blieb aber hart und meinte da der Bus jetzt weg sei und das Ticket nur heute gültig, wolle ich das Geld zurück.

Nein das ginge nicht, meinte er, denn er könne es nicht mehr stornieren, und zeigte mir irgendetwas auf dem Apparat wo stand ‘Operazione non eseguibile’. Ich ließ mich nicht beirren und blieb beim Faktum dass ich mein Geld zurückwolle, damit ich es nicht am nächsten Tag nocheinmal zahlen müsse. Da wurde er plötzlich ganz nett und meinte, achso wenn ich morgen führe könnte er mir das Ticket auf morgen umdatieren, nahm das Ticket stempelte es und unterschrieb drauf. Ich dankte und ging.

Langsam langsam kam ich dann doch drauf, dass das vermutlich nicht so einfach sein könne das dann doch umzudatieren. Da ich am nächsten Tag sowieso nach Erice wollte dachte ich mir, das sowieso am nächsten Tag in der früh klären zu können und dachte nicht mir lang drüber nach.

Ich verwünschte den Typen am nächsten Tag dann aber doch irgendwie und ging mit ein paar zurechtgelegten Parolen dorthin. Was ich nicht bedacht hatte, war, dass die natürlich wechseln. Ich kaufte also eine 2. Ticket und ging zum Bus.

Dem Fahrer allerdings zeigte ich zuerst einmal nur das umdatierte Ticket. Der schüttelte den Kopf und meinte das ginge so nicht. Ich stimmte ihm zu und gab ihm das 2.Ticket. Ich erzählte ihm auch gleich, dass der Biglietterista das Ticket nicht zurücknehmen wollte. Er meinte, das ginge sicher, und wenn mir der nocheinmal blöd kommt, sollte ich zur AST Zentrale gehen. Als ich nach exakt einer Stunde ausstieg bedankte ich mich nocheinmal und er wies mich nocheinmal an, das Ticket unbedingt gegen das Geld zu tauschen ;-) . Erfreut über die vorgeschlagene Lösung verbrachte ich also einen wunderbaren Tag im schönen, wenn auch an diesem Tag sehr nebligen Erice. Ist wunderschön und bei guter Sicht sicher auch ein traumhafter Aussichtspunkt.

Um das Ticketerlebnis zu einem Ende zu bringen, erzähle ich also von dem Moment weiter, als ich in Trapani ankam. Schon bei der Rückfahrt legte ich mir wieder einiges zurecht ;-) Ich ging dort hinein, hatte es aber wieder mit einem anderen zu tun. Dem zeigte ich also das Ticket des Vortags und verlangte das Geld. Er: Nein, das geht nicht. Ich: Aber der Fahrer hat gesagt. Er: Ja, aber das wäre nur am Vortag gegangen. Ich: Da war ich aber da, und da wollte sein Kollege das ja nicht machen. Er: Ja, also das hätte heute dann schon gültig sein müssen mit Stempel und Unterschrift. Ich: Aber der Fahrer hat gesagt, das wäre es nicht. Er: Anja, da muss er schauen. Dann wählte er eine Nummer, da hob aber niemand ab. Dann gab er sich geschlagen und meinte ‘da tu ma ned lang bled umma’ und gab mir das Geld zurück. Ich dankte, nahm das Geld und strahlte über die 3.40€ als hätte ich in der Klassenlotterie gewonnen. :-)

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