Ich hab mit den Öffentlichen keine 30 Minuten gebraucht, trotzdem biete sich in solchen Fällen vermutlich ein Moped als Fortbewegungsmittel der Wahl an. Bin also gerade vom 2. Bus zu Fuß in Richtung Hotel unterwegs, als wenige Meter vor mir 4 schwarze Limousinen seiner Eskorte, manche mit manche ohne Blaulicht, rasant an mir vorbei rauschen. Auch wenn ich mich dann beeile bin ca. 1 min zu spät gekommen, um Fini aus dem Auto steigen zu sehen.
Dort konnte ich schon so manchen Einheimischen mit meinem Wissen beeindrucken
, die hatten alle keine Ahnung was vor sich ging, und standen mit offenem Mund an der Straße, wo Fini mit seiner Eskorte durch den Hintereingang in die Räumlichkeiten des Hotel Minerva verschwunden war. Rund um diesen Eingang standen dann die vorher genannten Limousinen mit einem oder zwei Gorillas drin, und mit einigem Abstand auch noch zwei Wägen der Polizia dello Stato. Es war also alles gut bewacht, auch von Männern in Zivil.
Ich hatte kaum Zeit mich vor dem Hotel (Haupteingang) ein bisschen umzusehen, da Fini, kaum hatte er sein Statement abgegeben, schon wieder verschwand. Die Journalisten die von seinem Nahenden Abgang wussten, scharrten sich sogleich (so nah sie halt durften) um den Hintereingang, um die Besten Plätze einzunehmen.
In der kurzen Wartezeit half ich noch einer deutschen Familie auf die Spünde, also erst im zweiten Anlauf: Die Mutter, der ich auf ihre Frage (laut, wenn auch an sich selbst) “Pressekonferenz von Fini” zuraunte, konnte mit diesen Namen nämlich gar nichts anfangen. Ich fasste mich kurz, und erklärte, dass es einen Parteiausschluss und in der Folge eine Abspaltung gegeben hätte, was sie sofort an ihre Kinder weitergab. (also sie formulierte es weniger Kompakt als vielmehr kinderfreundlich
)
Und da kam Fini schon, umgeben von Gorillas, sichtlich zufrieden und erleichtert. Das war alles was ich erkennen konnte, denn er stieg sogleich in eine der schwarzen Limousinen (Typ BMW, dachte die Italiener führen Lancia). Ein kurzes Reifenquietschen und weg war er.
In kurzem Abstand zu ihm waren die anderen Parteigranden und Mitdrahtzieher der Abspaltung, ebenfalls aus dem Hintereingang, gefolgt. Diese wurden sofort von den Journalisten und ihren Kameras ins Kreuzfeuer genommen und mindestens hundert Meter lang von diesen umschwirrt, wie ein Bär, der in einen Honigtopf gegriffen hat. Ich bin natürlich einfach mit ihnen mitgegangen und einige Zeit lang neben einem der Interviewten, um irgendetwas aufzuschnappen. War aber nicht viel.
Als sich die Dichte an Parteigrößen langsam aber sicher ausgedünnt hatte, wurden auch die weniger Wichtigen, die vereinzelt als Nachhut auftauchten, befragt. Und nicht weniger aufdringlich und hartnäckig
Als auch diese vorbei waren, machten sich auch die Kastenswägen der Reporter davon.


Hier als Ergänzung, wie das in der online-Ausgabe der Kl.Ztg. dargestellt ist:
http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/politik/2424878/fini-anhaenger-bilden-eigene-fraktion-parlament.story
Herzliche Grüße an Dr.Aussen!
PE (der immer ein Lästermaul ist…..)